Gutes tun und Freude dabei haben

Der Diakonie- und Frauenverein Haltingen setzt sich in vielen Bereichen erfolgreich ein.

Von Siegfrie Feuchter

Soziales Engagement hat sich der agile Diakonie- und Frauenverein, in dem auch Männer willkommen sind, seit Jahrzehnten auf seine Fahnen geschrieben. Denn der 1894 gegründete und damit 129 Jahre alte Verein, der der evangelischen Kirchengemeinde angegliedert ist, hatte sich schon immer die Unterstützung hilfsbedürftiger Menschen zum Ziel gesetzt. Dazu gehört auch der Besuch von alten und kranken Menschen.
Das und noch einiges mehr praktizieren die Frauen, allen voran die Vorstandsfrauen, in vorbildlicher Weise, wie Sabine Musolt im Gespräch mit unserer Zeitung verdeutlicht. Viel Gutes tun und Freude dabei haben, haben sich die Haltinger Frauen zu eigen gemacht.

Sabine Musolt gehört seit fast drei Jahrzehnten zu den treibenden Kräften im Verein und hatte in dieser Zeit unterschiedliche Funktionen im Vorstand inne. Zuletzt war sie zwölf Jahre Vorsitzende und hat vor Kurzem ihr Amt abgegeben. Sie wird sich jedoch weiterhin einbringen. Darüber hinaus tritt die engagierte Frau, die am Galli-Theater in Freiburg eine Ausbildung gemacht hat, bei Seniorennachmittagen oder vereinseigenen Veranstaltungen mit Sketchen auf.

Basar als Einnahmequelle

Vielfältig sind die selbst gestellten Aufgaben des Frauen- und Diakonievereins, der aktuell 279 Mitglieder zählt. „Vor 25 Jahren hatten wir noch 550 Mitglieder“, sagt Musolt mit dem Hinweis, dass es in den zurückliegenden Jahren immer schwieriger geworden sei, jüngere Frauen zu gewinnen. Dafür ist die kleine Gruppe der Aktiven mit dem zehnköpfigen Vorstand um so rühriger.
Um Gutes zu bewirken, benötigt der Verein auch Geld. Die finanzielle Basis dafür wird durch den alle zwei Jahre stattfindenden großen Basar in der Festhalle gelegt, der die Haupteinnahmequelle bildet. Dafür stricken, nähen und basteln die eifrigen Frauen, mit Ausnahme der Sommermonate über, jeden Montag von 19 bis 21 Uhr im evangelischen Gemeindehaus. „Wir sind in der Regel immer zehn oder elf Frauen, die mit Spaß dabei sind“, sagt Sabine Musolt.

Das Ergebnis der monatelangen Fleißarbeit kann sich sehen lassen: Mit zahlreichen Geschenkartikeln und Handarbeiten unterschiedlicher Art wird alle zwei Jahre der Basar bestückt. Allein bis zu 70 Paar Socken, die besonders begehrt und jedes Mal schnell vergriffen sind, finden sich in dem reichhaltigen Angebot.

Im Veranstaltungskalender Haltingens nimmt der Basar, den rund 40 Helferinnen und Helfer des Vereins bestreiten, stets einen besonderen Stellenwert ein und stößt regelmäßig auf ein sehr großes Publikumsinteresse.

Kükenstube gefragt

Dank des starken Einsatzes der Frauen, dank des Erlöses beim Basar sowie dank der Mitgliedsbeiträge und der Spenden kann der Verein in einigen sozialen Bereichen des Lebens tätig sein. Dazu gehört zum Beispiel die vor 30 Jahren gegründete Kükenstube, die von der evangelischen Kirchengemeinde angeboten wird.

Kinder im Alter von zwei bis drei Jahren werden hier betreut, wobei es wegen der großen Nachfrage eine Warteliste gibt. Zwölf Plätze stehen zur Verfügung. Eine Erzieherin und zwei ehrenamtliche Kräfte betreuen die Kleinkinder.

Die Kükenstube im Keller des evangelischen Gemeindehauses ist zweimal in der Woche jeweils dienstags und donnerstags von 9 bis 12 Uhr geöffnet. Sie finanziert sich zum einen über die Elternbeiträge und durch einen Zuschuss der Stadt Weil am Rhein. Da dies aber nicht alle Personal- und Sachkosten deckt, schließt der Diakonie- und Frauenverein die finanzielle Lücke.

Auch die Diakoniestation Weil am Rhein-Vorderes Kandertal wird unterstützt. Weil es in Haltingen keine Krankenschwester mehr gibt, muss die Kirchengemeinde pro Gemeindemitglied einen Betrag abführen. Diesen übernimmt ebenfalls der Verein, denn die häusliche Pflege und die Nachbarschaftshilfe werden von der Diakoniestation organisiert.

Außerdem: Müssen Mitglieder des Diakonie- und Frauenvereins Pflegeleistungen, die Tagespflegestätte, den Hausnotruf oder die Nachbarschaftshilfe in Anspruch nehmen, bezahlt der Verein 25 Prozent der anfallenden Kosten, die nicht von den Krankenkassen oder der Pflegeversicherung getragen werden.

Ältere Menschen besuchen

Doch damit nicht genug der guten Taten. Vorstandsmitglieder besuchen auch ältere und kranke Menschen sowie Geburtstagsjubilare ab 75 Jahren. Und das nicht nur im Ort selbst, sondern auch im Altersheim und in anderen Orten wie Schliengen und Müllheim, wenn Mitglieder dorthin verzogen sind. „Bei den Besuchen lernt man Leute kennen und erfährt viel Interessantes. Es macht Spaß“, sagt Sabine Musolt.

Der Diakonie- und Frauenverein organisiert darüber hinaus einen Seniorennachmittag in Haltingen sowie einen Erdbeernachmittag, bei dem nicht nur zu Kaffee, Kuchen und lockeren Gesprächen eingeladen, sondern auch ein Unterhaltungsprogramm geboten wird.

Bei den Haltinger Frauen kommt die Geselligkeit nicht zu kurz. Unter anderem unternehmen sie einmal im Jahr als kleine Belohnung für ihren sozialen Einsatz einen gemeinsamen Ausflug. Diesmal waren der Freiburger Schlossberg und der Schauinsland das Ziel.

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